Maren in Mexiko

Mittwoch, Oktober 05, 2005

Regen & Meer....

Hallo Ihr Lieben...

ich bin diese Woche ein bisschen deprimiert, weil wir seit Tagen und Tagen einen "Tropical Storm" haben... was irgendeine Kategorie unter Hurricane ist, aber im Endeffekt einfach nur bedeutet, dass es regnet und regnet und regnet und regnet... nein, eigentlich pladdert es, und zwar ununterbrochen. Überall stehen Seen und Bäche auf dem Boden & alles ist klamm, feucht oder einfach richtig nass. Eigentlich müsste man ja denken, dass das die Welt hier ein bisschen abkühlt... aber tatsächlich sorgt es nur für höhere Luftfeuchtigkeit.
Außerdem hatten wir am Wochenende ein paar Verabschiedungen, was auch immer ne traurige Sache ist. Jo Anne (die 53jährige Amerikanerin) ist nicht mehr da, was heißt, dass ich im Moment tatsächlich ein Zimmer für mich allein habe (sie hat mich (und alle anderen) immer dafür verurteilt, dass wir nicht spanisch mit ihr gesprochen haben, weil das der einzige Grund war, weswegen sie hierher gekommen ist... und ich weigere mich einfach, mich schlecht zu fühlen, weil ich hier nicht in meiner 4. sondern in meiner 2. Fremdsprache kommuniziere) und außerdem ist sie ein extrem lauter Mensch (wie irgendwie alle Amerikaner) und hat die Angewohnheit um 5 Uhr morgens aufzustehen und mit den Türen zu knallen)... also nicht allzuviel Traurigkeit, was das angeht *g*
Ziemlich viel Traurigkeit allerdings, weil Vanessa weg ist. Seit ich mit Ihr zusammen in Coba und Tulum war, haben wir uns wirklich ziemlich gut verstanden & literweise Eiskaffee zusammengetrunken & geschnackt. Sie geht mir ihrer Freundin Elena zusammen für 7 Monate nach Oaxaca und macht dort Freiwilligendienst in einem Waisenheim. Ich hoffe, ich kann sie dort besuchen. Vielleicht im Dezember.
Und Freya ist für ne Weile in Richtung Chiapas gereist... sie kommt aber zum Glück in einer Woche nochmal wieder.
Alles zusammengenommen, sieht es volontärmäßig also folgerndermaßen aus:



Es fehlt eigentlich noch Katie (26, Autralien) die schon seit ca. 2 Wochen nicht mehr da ist. Und JoAnne, die ich ja oben schon erwähnt habe.

Na, mal sehen, wie das so wird, wenn außer Kurt und mir alle weg sind. Dann hab ich wenigstens viel Zeit zum spanisch lernen, Romane, Postkarten und vielleicht auch Bewerbungen schreiben, arbeiten... und was man sonst noch so mit seiner Zeit anfangen kann, wenn man grad nicht im Meer oder am Strand ist.
Und "Meer" ist eine wunderbare Überleitung zu meiner nächsten Bilderserie, denn ich hab ja Unterwassergesellen versprochen, auch wenn ich mir damit mal wieder ein bisschen Zeit gelassen habe.
Ok, stellt euch vor, wir sind am Strand:



















Ja, sehr gut. Und jetzt, folgt mir mal einfach mit ins Wasser, in die Taucherbrille spucken, auswaschen, aufsetzen, Schnorchel justieren, durchatmen und untertauchen...
und da ist sie schon, Tritons Welt! Ein paar kleine unbedeutene Fischlein schwimmen auch hier schon rum... wenn man Glück hat vielleicht ein kleiner Rochen. Aber wir schwimmen geradewegs hinaus Richtung offenes Meer, bis nach ca. 30-40m das Seegras am Boden auftaucht.
Und was findet man im Seegras?









Genau, die wunderbaren Meeresschildkröten... manchmal drei vier auf einmal. Wenn man eine Weile in ihrer Nähe bleibt, dann gewöhnen sie sich an einen & man kann mit ihnen zusammen schwimmen & zusehen wie sie immer mal wieder an der Oberfläche nach Luft schnappen.

Und dabei fällt mir, dass ich Euch schon die ganze Zeit die Fotos von den kleinen Babyschildkröten zeigen will. Also, nur als kleiner Exkurs: Das hier sind die Hatchlings (bedeutet sowas wie Schlüpflinge. Find ich ganz süß, das Wort...), denen wir nachts bei ihrem Weg aus dem Ei ins Meer helfen:


















Ok, aber zurück ins Wasser. Von den Green Turtles im Seegras wenden wir uns wieder Richtung Osten und schwimmen weiter zum Riff (Great Mesoamerican Reef, das größte nach dem Great Barrier Reef), auf dem Weg dorthin, gerät man immer mal wieder in einen Schwarm von tausenden von glitzernden silbernen Fischen (deren Namen ich grad vergessen habe)... wirklich vielleicht sogar hunderttausende... egal wo man hinschaut, überall nur Fische & alle bewegen sich schrecklich schnell und synchron... das ist manchmal fast ein bisschen gruselig. Man versucht dann da irgendwie durchzukommen und trifft auf einmal auf diesen Kerl, der sich fast immer in dieser Gesellschaft bewegt:






den gefürchteten Baracuda... von dem ich in letzter Zeit ständig irgendwelche Geschichten über abgebissene Finger und sowas höre... mir hat er noch nie was getan. Solange ich ihn in Ruhe lasse, macht er dasselbe mit mir.


Wenn man Glück hat, begegnet einem auf dem Weg dann noch ein Spotted Eagle Sting Ray, hier mit ein paar kleinen Freunden:

















Oder auch ein ganzer Schwarm von Sergeant Mayorn... benannt nach der Anzahl ihrer Streifen auf dem Rücken:
















Schließlich am Riff angekommen trifft man eigentlich fast immer auf diesen Gesellen hier:











das ist ein Papageienfisch... und die sind wirklich immer sehr schön bunt.

Und die allseits beliebten Seeigel sind hier auch überall... also bloß nicht drauftreten.















Erinnert ihr Euch an Dory, den Fisch aus "Findet Nemo" mit dem fehlenden Kurzzeitgedächtnis? Ihre ganzen Verwandten schwimmen hier immer rum:












Ich könnte Euch noch hunderte andere zeigen, aber für heute ist erst mal gut.

Und, nur zur Beruhigung, die einzigen Haie, die mir hier bisher begegnet, waren diese hier: